Der Kalender und Ich

Trauer. Reise. Lernfeld.

Als mein Sohn starb, kam mein Leben völlig aus dem Lot. Zwei weitere geliebte Menschen folgten in kurzer Zeit. Trauer wurde ein stetiger und machtvoller Zustand. Der Boden unter meinen Füßen wankte. Nichts war mehr vorhersehbar. Viele Fragen blieben ohne Antwort.

 

Die Menschen in meiner Umgebung reagierten vor allem unsicher und ohnmächtig. Sie waren für mich da und doch war klar: ich muss jeden Tag selbst meistern, Schritt für Schritt gehen, mein Leben leben. Ich muss Entscheidungen treffen und couragiert sein für Veränderungen. Immer wieder aufs Neue.

 

Irgendwann kam die Sonne wieder. Das Licht. Die Hoffnung. Und der Mut. Ich lernte mit dem Verlust zu leben, mit der Trauer umzugehen. In der Anfangszeit hatte ich viele Texte geschrieben. Das half mir, mich zu sortieren und den Alltag zu bewältigen. Jetzt fielen mir beim Aufräumen diese viele kleinen Werke wieder in die Hände – und sie haben auch 17 Jahre später an ihrer Kraft, Intensität und Zuversicht nichts verloren.

 

Diese Texte bilden die Grundlage für den Kalender. Sie geben den roten Faden vor und sollen anhalten, erwecken, besinnlich stimmen, Kraft geben – und so manches mehr.